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Karl Friedrich SCHINKEL (1781-1841)  ·   Bauakademie Berlin  (1836-1964)

M U S T E R F A S S A D E    2 0 0 1

Das Gebäude der Bauakademie wurde 1964, trotz weltweiter Proteste, von den Machthabern in der DDR abgerissen um Platz zu schaffen für den Neubau des Außenministeriums der DDR, welches wiederum 1995 abgerissen wurde. Das Grundstück der Bauakademie war damit wieder frei.

Zur Werbung für den Wiederaufbau des Gebäudes der Bauakademie mit der rekonstruierten Architektur von Karl Friedrich Schinkel habe ich 1992 begonnen das Projekt der Errichtung einer Musterfassade mit nach vorhandenen Originalen rekonstruierten Materialien zu entwickeln.

Etwa zwei Jahre war ich mit der Bestandsaufnahme und der Unterlagenforschung sowie der Beschaffung notwendiger Grundlagen für die Projektentwicklung und die Entwurfsplanung beschäftigt. Am 27.06.1995 habe ich die Baugenehmigung beantragt. Der Grundstückseigentümer, die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Finanzminister, dieser vertreten durch die Oberfinanzdirektion Berlin, diese wiederum vertreten durch das Bundesvermögensamt II in Berlin, hatte zuvor, nach entsprechenden Verhandlungen in Bonn und Berlin, seine Zustimmung zur Errichtung der Musterfassade auf seinem Grundstück erteilt. Am 01.07.1996 konnte ich die Baugenehmigung in Empfang nehmen.

Die Suche nach Investoren erforderte drei Jahre Zeit. Zunächst habe ich vergeblich bei dem Verein zum Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie Berlin e.V. um Mitwirkung und Unterstützung geworben. Danach habe ich mit Gleichgesinnten den Förderverein Bauakademie e.V. gegründet, der die Musterfassade im Rahmen eines größeren Projektes mit errichten wollte. Auch dieser Plan zerschlug sich. Schließlich gelang der dritte Anlauf mit dem Bildungsverein Bautechnik e.V. Dessen Gründungsmitglieder waren: Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg e.V., Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V. und IG Bauen-Agrar-Umwelt, Landesverband Berlin-Brandenburg – und: Horst Draheim. Durchgeführt wurden die Arbeiten von den Berufsförderungswerken der beiden Bauverbände und mit Unterstützung zahlreicher Sponsoren.

Am 16.10.2001 konnte die fertig gestellte Musterfassade an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit übergeben werden. Seit dem wirbt die Musterfassade für den Wiederaufbau des Gebäudes mit der originalgerechten Rekonstruktion der Fassaden. Sie trägt auch bei zur Versachlichung der Diskussion über Rekonstruktionen untergegangener Baudenkmäler.

Berlinische Galerie BG  und  Kunstbibliothek · Staatliche Museen zu Berlin · PK

haben die von mir beschafften und erstellten Projektunterlagen zur Musterfassade in ihre Archive übernommen. Sie stehen der interessierten Öffentlichkeit für weitere Forschungen zur Verfügung.

Das Bestandsfoto von 2002 ist als Postkarte im Schinkelmuseum in Berlin erhältlich.

Links:

  1. Foto Bauakademie 1888,  111 KB
  2. Foto Bauakademie 1905,  71 KB
  3. Plakat 1 zum Projekt Musterfassade, 1995,  333 KB
  4. Plädoyer für den Wiederaufbau,  August 1996,  504 KB
  5. Liste der Planungsbeteiligten, Stand 160101, 30 KB
  6. Maßanalyse der Schinkelschen Fassaden, Stand 200697,  396 KB
  7. Inhaltsübersicht zum Bestandsverzeichnis, Stand 200104,  33 KB
  8. Statement zur Fertigstellung am 16.10.2001, 30 KB
  9. Bestandsfoto 2002,  132 KB
  10. Informationsschild im Erdgeschossfenster der Musterfassade, 84 KB

Weitere Informationen bei:

Förderverein Bauakademie e.V. http://www.schinkelsche-bauakademie.de/

Bildungsverein Bautechnik e.V. http://www.bildungsverein-bautechnik.de/

 
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  Stand: Januar 2007 Horst Draheim